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Neuregelung zum Energieausweis

Ab 2014 müssen Verkäufer oder Vermieter unaufgefordert einen Energieausweis

für ihre Immobilie vorlegen. Für Makler gilt: Schon bei Immobilien-Besichtigungen

sollen Interessen über den Energieverbrauch aufgeklärt werden.


Den Energieausweis gibt es schon seit 2008, weil er jedoch nicht sehr häufig nachgefragt

wurde,spielte er im Berufsalltag von Maklern selten eine Rolle. Das wird sich bald ändern. 

Die jüngste Novelle der Energiesparverordnung (EnEv), innerhalb derer auch die 

Bestimmungen zum Energieausweis geregelt sind, wird voraussichtlich ab 1. Mai 2014 

wirksam. Die Novellierung verpflichtet künftig Verkäufer, Vermieter oder Makler dazu 

schon bei der Besichtigung und in Anzeigen über den Verbrauch einer Immobilie 

aufzuklären. Beim Schalten einer kommerzielle Anzeige zwecks Vermietung oder Verkauf 

einer Immobilie sind dann auch die Energiekennwerte mit anzugeben. Im neuen § 16a 

(Pflichtangaben in Immobilienanzeigen) regelt die EnEV 2014 welche Kennwerte aus dem

Energieausweis veröffentlicht werden:


• Art des ausgestellte Energieausweises (Bedarf oder Verbrauch),

• Endenergiebedarf oder –verbrauch des Gebäudes,
• die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes,
• bei Wohnhäusern auch das Baujahr und die Effizienzklasse.

Die Regelung betrifft jedoch nur neue Energieausweise, die nach dem Inkrafttreten der

neuen Energieeinsparverordnung in 2014 ausgestellt werden. Wer die neue Anzeige-Pflicht

vorsätzlich oder leichtfertig nicht erfüllt handelt ordnungswidrig und kann mit einer Geldbuße

bis zu 15.000 Euro belangt werden. Allerdings greift diese Straf-Regel erst bis zu sechs 

Monaten nach dem Inkrafttreten der EnEV 2014.

Die neuen Mieter oder Käufer erhalten außerdem den Energieausweis als Original oder

Kopie.

Was, wenn ein Energieausweisnicht vorliegt oder unkorrekt ist?

Theoretisch könnte einKäufer klagen, wenn sich herausstellt, dass die Energieeffizienz

eines Gebäudes schlechter ist,als im Inserat angegeben. Jedoch ist ein solcher Fall bisher

nicht vorgekommen. Wird einem Käufer kein Energieausweis vorgelegt, kann er diesen

selbst erstellen lassen und die Kosten einklagen. Verfügt ein Makler über keinen 

Energieausweis bzw. nicht die entsprechenden Daten, ist er entschuldigt, wenn er seinen

Auftraggeber schriftlich zur Einholung eines Energieausweises aufgefordert hat und dieser

dem nicht nachgekommen ist. Die Nichtbeachtung kann hohe Geldbußen für den 

Eigentümer zur Folge haben.

UnterschiedlicheZahlen bei Bedarfs- und Verbrauchsausweis

Zu unterscheiden ist bisher zwischen einem Bedarfs- und einem Verbrauchsausweis. 

Bei Letzterem wird der Energiebedarf innerhalb der vergangenen drei Jahre anhand der

Heizkostenabrechnung der Bewohner ermittelt. Die Rechnung ist stark abhängig vom

Verhalten der Konsumenten und sagt nur bedingt etwas über anfallende Kosten für neue

Bewohner aus. Der Bedarfsausweis basiert auf den Einschätzungen eines Fachmannes,

der die Kosten auf Basis des baulichen Zustandes einer Immobilie kalkuliert.

Je nach Dokument können die Werte für dieselbe Immobilie sehr unterschiedlich ausfallen, 

da die Zahlen rein rechnerisch und ohne Objektbesichtigung erhoben werden. Die Energie-

bilanz fällt beim Verbrauchsausweis häufig günstiger aus. Nach einer Studie der Bundes-

behörde für Bauwesen (BMVBS) aus dem Jahr 2011 wies der Verbrauchsausweis stets

einen um 24 bis 30 Prozent niedrigeren Energiedarf aus, als der Bedarfsausweis.

Während der Verbrauchsausweis nur etwa 50 Euro kostet, muss der Eigentümer für den

Bedarfsausweis zwischen 300 und 400 Euro zahlen. Jedoch gewährt die EnEV Eigentümern

nicht in jedem Fall die Wahlfreiheit zwischen den Ausweis-Varianten.

Welcher Energieausweis für welche Immobilie?

Wurde der Bauantrag für das Wohngebäude vor dem 01.11.1977 gestellt und hat dies weniger

als 5 Wohneinheiten, darf nur der Bedarfsausweis ausgestellt werden. Eine Ausnahme besteht, 

wenn das Wohngebäude bereits bei Errichtung die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung

von 1977 erfüllt hat oder nachträglich auf diesen Stand gebracht wurde.

Für Wohngebäude, deren Bauantrag ab dem 01.11.1977 gestellt wurden, besteht Wahl-

freiheit bezüglich des Energieausweises, ebenso bei Nichtwohngebäuden.

Für manchen Eigentümer könnte die Anschaffung beider Energieausweise vorteilhaft sein, 

denn besonders Käufer von Eigentumswohnungen in einem Mehrfamilienhaus sind an hoher

Transparenz interessiert. Weil Sanierungsmaßnahmen in Hausgemeinschaften häufigerschwert

werden, sind Eigentümer bei Umfang und Gestaltung der Baumaßnahmen meist eingeschränkt.

Quelle:

Immonet GmbH

Spaldingstr.64
20097 Hamburg