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Ist der Verzicht auf einen Immobilienmakler – wirklich eine gute Investition?

In der jüngeren Vergangenheit gab es wohl kaum gesetzliche Änderungen im Mietrecht, die heißer diskutiert wurden als die anstehende Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip. Am 1. Juni diesen Jahres ist es soweit: Das Bestellerprinzip tritt in Kraft.

So sehr die Politik auch versucht, diesen Vorstoß zu mehr sozialer Gleichheit bei der Wohnungssuche positiv darzustellen, so sehr zeichnet sich bereits jetzt ab, dass insbesondere das Bestellerprinzip voraussichtlich nur Verlierer mit sich bringen wird. Auf den ersten Blick sind natürlich die Makler und Eigentümer betroffen. Während die Vermieter bereits einen Kassensturz machen und überlegen, ob sich die Beauftragung eines professionellen Vermittlers dann noch für sie lohnt, bangen die Makler um Auftragseinbußen. Die Mieter dürften sich zwar jetzt die Hände reiben, da ihnen eine große finanzielle Last abgenommen wird, aber auch sie werden mit Einbußen zu rechnen haben.

Selbstverständlich wird sich der ein oder andere Eigentümer bereits darüber geärgert haben, dass er nun nicht mehr kostenlos in den Genuss eines Maklers kommt. Vor den Kosten werden darum erst einmal viele zurückschrecken, schließlich will man mit der Vermietung eine Rendite erwirtschaften und nicht draufzahlen. Da liegt der Schluss nahe, die Vermietung kurzerhand selbst in die Hand zu nehmen. Was macht ein Makler denn schon? Eine Wohnungsanzeige zu schalten sowie die Tür aufzuschließen, bekommt man ja auch mit relativ wenig Aufwand selbst in den Griff. Oder etwa nicht? Nur diese beiden Aspekte des Maklerberufes zu bedenken, greift wesentlich zu kurz.

Aufgaben, die ein Makler dem Vermieter abnimmt

Professionelle Makler sind in erster Linie Immobilienexperten, die den gesamten Prozess der Vermietung übernehmen – von der Ausschreibung der Wohnungsanzeige über die Organisation der Besichtigungstermine bis zur Wohnungsübergabe. Zwar macht das Schalten der Wohnungsanzeigen auf unerfahrene Vermieter wenig Eindruck, wer jedoch selbst schon einmal die Anzeigen eingestellt hat, weiß, wie viel Zeitaufwand damit einhergeht und dass danach mitunter nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Denn an erster Stelle stehen die Auswahl der entsprechenden Portale sowie die Aufbereitung der Anzeige. Man sollte sich Gedanken darüber machen, wen man in die Wohnung holen will und wie sich diese Zielgruppe letztlich am besten erreichen lässt. Eine ungünstige Bildauswahl im falschen Medium kann zur Folge haben, dass potenzielle Mieter sich nicht angesprochen fühlen und dementsprechend gar nicht erst auf die Anzeige eingehen. Dadurch reduziert sich die Auswahl der Mietinteressenten wesentlich, sodass sich der Vermieter, wenn er auf die Einnahmen aus der Vermietung angewiesen ist, gezwungen fühlt, einfach den Erstbesten einziehen zu lassen. Ein Makler nimmt dem Vermieter auch die Bonitätsprüfung ab, die ihn vor einem Mieter bewahrt, der aufgrund seiner finanziellen Möglichkeiten unter Umständen nicht in der Lage ist, den Mietzins regelmäßig zu zahlen. Apropos Mietzins: Selbstverständlich gibt der Mietpreisspiegel Vermietern einen Richtwert über die regional angemessene Miete, aber ist das auch wirklich der Preis, den er für seine Immobilie verlangen kann oder wären nicht vielleicht sogar ein paar Euro mehr drin? Vermittler beraten Eigentümer in dieser Hinsicht und vermeiden dadurch unangemessene Preise.

Auch wenn es nicht den Anschein macht, so entfällt viel Zeit eines Maklers darauf, die Termine für Wohnungsbesichtigungen zu koordinieren. Nach dem Schalten der Anzeige müssen zahlreiche Anrufe entgegengenommen und E-Mails beantwortet sowie eine Vorauswahl getroffen werden. Nicht selten sagen Wohnungssuchende Besichtigungen kurzfristig ab, sodass der Makler das Nachsehen hat, da seine Fahrt zum Objekt umsonst war. Wer auf den Makler verzichtet, wird sehen, wie aufwändig dieser Prozess ist.

Sind diese Vorarbeiten abgeschlossen und ist ein solventer Mieter gefunden, geht es an das Aufsetzen des Mietvertrages. Das Mietrecht gehört zu den Rechtsbereichen, die einem kontinuierlichen Wandel unterworfen sind – Neuerungen und Änderungen sind an der Tagesordnung. Vermittler weisen auf derartige Neuerungen hin und beugen so rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Neumieter vor.

Das Bestellerprinzip: Frustration auf allen Seiten

Wer die Vermietung ab sofort in Eigenregie übernehmen will, sieht sich mit einer Menge Herausforderungen konfrontiert, die ihn im ungünstigsten Fall weitaus teurer zu stehen kommen, als hätte er Geld in einen Makler investiert. Es ist davon auszugehen, dass die Qualität der Wohnungsanzeigen deutlich abnehmen wird. Dies führt nicht nur zu vermehrten Anfragen seitens der Mieter, sondern auch dazu, dass die Anfragen deutlich abnehmen werden. Eine frustrierenden Situation für Mieter und Vermieter gleichermaßen. Beide Parteien müssen länger suchen, um die richtige Wohnung beziehungsweise den richtigen Bewerber gefunden zu haben. Den Makler stehen – zumindest in der Anfangszeit –sinkende Einnahmen bevor. Um dennoch weiterhin auf der Erfolgswelle zu schwimmen, wird es erforderlich sein, sich voll und ganz auf seine Serviceleistungen zu konzentrieren, die Mietern oder Vermietern echte Mehrwerte bieten und die Beauftragung eines Maklers unumgänglich machen.

Quelle: Sprengnetter24 GmbH Mohrenstraße 32 10117 Berlin