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Immobilienkauf und -sanierung mit Förderhilfe vom Staat

Der Kauf oder Bau eines Hauses steht an und damit eine hohe finanzielle Investition, die auch Risiken birgt. Doch Käufer müssen die Kosten nicht immer alleine schultern. Je nach Objekt, Nutzungszweck oder Art der Sanierung gibt es auch Zuschüsse vom Staat. Wir haben einige dieser Fördermöglichkeiten zusammengetragen.

 

Kredite und Zuschüsse der KfW-Bank beim Immobilienkauf

Die staatliche KfW-Bank, einst als Kreditanstalt für Wiederaufbau gegründet, fördert selbstgenutzte Immobilien bei Neubau und Modernisierung mit zinsgünstigen Krediten, teilweise auch mit Zuschüssen. Das Produkt „124 Kredit“ der KfW bietet sich bei der Finanzierung von selbstgenutzten Eigenheimen oder Eigentumswohnungen an und richtet sich an natürliche Personen, Wohnungseigentümergemeinschaften und Gesellschaften bürgerlichen Rechts. Der Kreditbetrag pro Vorhaben umfasst bis zu 50.000 Euro mit einem effektiven Jahreszins ab 0,85 Prozent. Der Kredit lässt sich flexibel mit anderen KfW-Förderprodukten kombinieren.

Gefördert werden können beim Bau einer Immobilie die Kosten des Grundstücks, sofern der Erwerb höchstens sechs Monate vor dem Antragseingang bei der KfW liegt, Material- und Arbeitskosten, Baunebenkosten etwa für Architekten, Energie- oder Bauberater, Gebühren für Notar oder Makler und Grunderwerbssteuer sowie Kosten für Außenanlagen.

Beim Kauf einer Bestandsimmobilie können der Kaufpreis, Kosten für Instandsetzung, Umbau und Modernisierung sowie Nebenkosten wie Notar- und Maklergebühren oder Grunderwerbsteuer gefördert werden. Handelt es sich um eine Schenkung oder ein Erbe, darf der Kredit zur Finanzierung von Sanierungs- und Umbaukosten, Neubaukosten, Auszahlung der Miterben oder Kosten für den Notar oder die Grundbucheintragung verwendet werden.

Von der Förderung ausgeschlossen sind Ferienhäuser und -wohnungen, vermietete oder gewerblich genutzte Flächen, Umschuldungen bestehender Darlehen, Nachfinanzierungen bereits begonnener oder abgeschlossener Vorhaben sowie Maßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum wie Wohnraumerweiterungen.

 

Zuschüsse für erneuerbare Energien

Auch über den reinen Erwerb der Immobilie hinaus gibt es Unterstützung: Sowohl für Neubauten als auch für Bestandsimmobilien erhalten Bauherren KfW-Kredite für Erneuerbare Energien. Der „274-Kredit Erneuerbare Energien – Standard – Photovoltaik“ fördert den Kauf neuer Photovoltaik-Anlagen sowie die Kosten für Aufbau oder Erweiterung von gebrauchten Anlagen, wenn durch die Modernisierung eine deutliche Leistungssteigerung erreicht wird. Voraussetzung für die Förderung ist, dass zumindest ein Teil des Stroms in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Der „275-Kredit Erneuerbare Energien – Speicher“ geht noch einen Schritt weiter und fördert die Neuinstallation von stationären Batteriespeichersystemen in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen. Er besteht aus einem zinsgünstigen KfW-Kredit und einem Tilgungszuschuss aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Zuschüsse der KfW sind auch möglich als Kredit, Ergänzungskredit, Investitionszuschuss oder Baubegleitung bei energieeffizienter Sanierung oder als Kredit beziehungsweise Investitionszuschuss für altersgerechtes Umbauen von Bestandsimmobilien. Für Neubauprojekte gelten diese Projekte nicht, hier besteht die Möglichkeit, über den „153 Kredit Energieeffizient Bauen“ zu beantragen. Alle Einzelheiten zu den Produkten und Fördermöglichkeiten unter: www.kfw.de/inlandsfoerderung/privatpersonen/

 

 

Staatliche Anreize zur Sanierung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst Investitionen in Erneuerbare Energien wie Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpen. Auch die Optimierung bereits geförderter Anlagen ist zuschussfähig. Einzelheiten über die Fördermöglichkeiten gibt es unter: http://www.bafa.de/bafa/de/energie/erneuerbare_energien/index.html.

Seit 1. April gibt die Bundesregierung mit weiteren Fördermitteln einen Anreiz für Investitionen in eine neue Heizung auf Basis erneuerbarer Energien. So bekommt man für eine thermische Solaranlage für Heizung und Warmwasser mit zwölf Quadratmetern Kollektorfläche mindestens 2000 Euro Zuschuss. Auch Solaranlagen zur reinen Warmwasserversorgung werden neuerdings wieder gefördert: Bei einer Kollektorfläche von drei bis zehn Quadratmeter mit 500 Euro, bei größeren Anlagen bis 40 Quadratmeter mit 50 Euro pro Quadratmeter.

Käufer von Pelletkesseln können 3000 Euro Zuschuss erhalten, ist noch ein Pufferspeicher dabei, gibt es 3500 Euro, bei Brennwerttechnik sogar 5250 Euro. Werden zusätzlich eine Solarkollektoranlage oder eine Wärmepumpe installiert oder der Kessel an ein Wärmenetz angeschlossen, gibt es weitere 500 Euro. Auch bestehende moderne Heizungsanlagen können nachträglich optimiert und gefördert werden. Ein eigenes Förderprogramm gibt es für Kleinkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die Zuschusshöhe richtet sich nach der elektrischen Leistung der Anlage.

 

Förderung in Rheinland-Pfalz

Die Zuschüsse der Bundesländer sind unterschiedlich geregelt. In Rheinland-Pfalz bietet die landeseigene Investitions- und Strukturbank (ISB) Darlehen zur Finanzierung von Neubauten und Bestandsimmobilien. Davon profitieren Bauherren oder Käufer selbst genutzten Wohneigentums, deren Haushaltseinkommen die Einkommensgrenze des § 13 Abs. 2 Landeswohnraumförderungsgesetz um nicht mehr als 60 Prozent übersteigt (Jahreseinkommen Einpersonen- 15000 Euro, Zweipersonenhaushalt 21500 Euro, jedes Kind plus 1000 Euro).

Förderbar sind der Neubau oder Kauf von Häusern und Wohnungen, die selbst genutzt werden, Ausbau, Umbau, Umwandlung und Erweiterung von selbst genutzten Wohnungen sowie der Ersatzneubau nach einem Abriss. Das ISB-Darlehen Wohneigentum besteht aus einem Grunddarlehen in Höhe von 30 Prozent der Gesamtkosten und eventuellen Zusatzdarlehen in Höhe von 5 Prozent der Gesamtkosten. Die Obergrenzen des ISB-Darlehens Wohneigentum betragen 100.000 Euro. Anträge und Zinssätze sind auf http://isb.rlp.de/de/wohnraum/ zu finden.