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Neues Jahr – neue Regeln

Mit Beginn des neuen Jahres 2016 kommen auf Bauherren, aber genauso auf Hausbesitzer, erneut Veränderungen zu. In erster Linie betreffen diese die Energie-Einsparverordnung (EnEV), bei der eine weitere Stufe in Kraft tritt und damit deutlich verschärfte energetische Anforderungen gelten. Daran ändert auch die aktuelle Flüchtlingskrise nichts, die den ohnehin hohen Bedarf an (günstigem) Wohnraum weiter verschärft. Denn Gegner der EnEV hatten in diesem Zusammenhang auf eine Aussetzung der Neuregelung gehofft und diese auch gefordert, um günstiger bauen zu können. Doch die Landesbauminister lehnten eine Aussetzung ab.

So wird die nächste Stufe der EnEV wie geplant kommen – und für Bauherren und Hausbesitzer vor allem weitere Kosten verursachen. Genau genommen handelt es sich nicht um eine Neuerung, sondern vielmehr um die weitere Umsetzung der EnEV aus dem Jahr 2014. Darin ist festgehalten, dass Wohnneubauten eine höhere Energieeinsparung leisten müssen. Konkret bedeutet dies, dass der Energiebedarf neugebauter Wohnhäuser bei der Anlagentechnik um 25 Prozent niedriger liegen und die Wärmedämmung des Gebäudes um 20 Prozent verbessert sein muss – gegenüber den bisher geltenden Werten. Das heißt, wer ab dem 1. Januar 2016 eine Baugenehmigung beantragt, muss die Werte bei einem Neubau auch einhalten.

Immerhin, und hier besteht noch ein wenig Hoffnung, haben auch die Bauminister der Länder erkannt, dass an dieser Stelle Änderungen notwendig sind, um auch weiterhin bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Uneinigkeit herrscht indes darüber, wie sehr die Bedingungen Wohnraum verteuern. Die Bundesregierung beispielsweise hat ausgerechnet, dass die Einführung der EnEV 2014 zu Mehrkosten bei Wohngebäuden von durchschnittlich 1,7 Prozent geführt hat, die nicht durch Energieeinsparungen und Mietumlage gedeckt sind. Die weitere Verschärfung der EnEV ab Anfang 2016 würde eine weitere Verteuerung um rund zwei Prozent bedeuten – insgesamt also rund 3,7 Prozent. Vertreter der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft dagegen kommen mit ihren Berechnungen auf sieben bis zehn Prozent.

Doch obwohl primär von den Neuregelungen nur Neubauten betroffen sind, so haben die Neuregelungen letztlich doch auch Auswirkungen auf Bestandsimmobilien. Denn ähnlich wie bei einem Neubau wird bei umfassenden Modernisierungen eine energetische Gesamtbilanzierung durchgeführt. Der Primärenergiebedarf des sanierten Gebäudes darf derzeit bis zu 40 Prozent höher sein als der eines entsprechenden Neubaus. Wenn die Neubauanforderungen ab 2016 um 25 Prozent steigen, ist ein bis zu 65 Prozent höherer Energiebedarf zulässig. 

Bis jetzt wenig Änderungen ab 2016. Ich bleibe aber am Thema dran und recherchiere weiter, denn es ist gut möglich, dass - je näher der Jahreswechsel kommt - auch noch verstärkt darüber informiert wird. Dann würde ich das noch ergänzen.

Ihr Immobilienmakler  Benno Harnisch