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Recht so 07.04.2017

9. OLG Hamm: Hauskäufer kann bei falsch angegebenen Baujahr zurücktreten

Ein Hauskäufer kann den Grundstückskaufvertrag rückgängig machen, wenn das Baujahr des Hauses im Vertrag falsch benannt ist. In einem Fall, den das Oberlandesgericht (OLG) Hamm zu entscheiden hatte, stellte sich heraus, dass das Haus bereits 1995 gebaut wurde. Im notariellen Kaufvertrag stand jedoch 1997 als Baujahr. Dies sei eine Beschaffenheitsvereinbarung, meinte das OLG Hamm. Das Haus sei zwar nur zwei Jahre älter, als die Käufer dachten. Die Pflichtverletzung wiege aber deshalb schwer, weil auf Seiten des Verkäufers über das Alter des Hauses arglistig getäuscht wurde. Insoweit rechtfertige selbst die geringfügige Abweichung des Baujahres einen Rücktritt.


Zwar können Makler Angaben vom Eigentümer grundsätzlich übernehmen. Aufgrund des hohen Risikos für die Verkäuferseite, sollte diese jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Beschaffenheit des Hauses stets sorgfältig zu prüfen ist, um zu verhindern, dass „Vermutungen ins Blaue hinein“ angestellt werden. Im hier entschiedenen Fall hatte der Vater des Verkäufers über das Baujahr spekuliert, was letztlich erst den Rücktritt hat möglich werden lassen. Eine unüberlegte Vermutung kann schwere Folgen haben.

Quelle: Immobilienverband IVD Bundesverband, Littenstrasse 10, 10179  Berlin

Ihr IVD Immobilienmakler Benno Harnisch